Fallbeispiel - Stress/ Burnout

Stress/ Burnout: 
Musik hat die besondere Eigenschaft, dass sie auf uns beruhigend wirken kann. 
So wurde in einigen Studien nachgewiesen, dass Musik den Herzschlag, den Blutdruck, die Atemfrequenz und die Muskelspannung des Menschen verändert. Ebenfalls wird der Hormonhaushalt beeinflusst. Bei sanften und beruhigenden Klängen wird vor allem Noradrenalin ausgeschüttet, welches die Produktion von Stresshormonen verringert. 

Ein Beispiel aus der Praxis: 
Herr K. kommt sichtlich angespannt zur Musiktherapie. Er leide schon seit 20 Jahren unter Bluthochdruck und ohne die vom Arzt verordneten Medikamente seien seine Werte nicht stabil. 
Er berichtet, dass er einen sehr cholerischen Chef habe, von dem er mit Aufgaben überschüttet werde und den Anforderungen kaum gewachsen sei. Auch im Privatleben werde er sehr unter Druck gesetzt, da er bezüglich des Erbes mit seinen Geschwistern in krisenhaften Verhandlung stehe.
Im musikalischen Spiel wird der innere Druck hörbar. Das Spiel von Herrn K. wirkt getrieben, er ist sehr sprunghaft und wechselt häufig die Instrumente. Auch die Nachbesprechungen fallen sehr kurz und bedürftig aus.

In der Therapie fokussieren wir uns vor allem auf den Abbau der inneren Anspannung.
Es kristallisiert sich heraus, dass Herr K. eine unbändige Wut in sich trägt, da er das Gefühl habe, häufig nicht ernst genommen zu werden. Nachdem er diese Wut in der Musiktherapie endlich zeigen durfte, wirkt er sichtlich erleichtert. Zudem sei es ihm gelungen, tief einzuatmen, was schon jahrelang nicht mehr funktioniert habe. 
Herr K. fühlt sich immer stärker, er hat das Gefühl, sich seinem Chef  und den Anforderungen stellen zu können. Auch gegenüber den Gesprächen mit seinen Geschwistern habe er weniger Sorge und könne sich mittlerweile vorstellen, einen Kompromiss zu finden.