Fallbeispiel Ängste/ Trennungsängste

Ängste können in unterschiedlichen Formen und Ausprägungen auftreten und in allen Altersstufen vorkommen. 
Hat Ihr Kind etwas Schlimmes erlebt und beziehen sich die Ängste auf konkrete Situationen/ Personen, oder liegt der Auslöser der Angst im Unbekannten und wirkt unbegründet? Reagiert das Kind/ der Jugendliche mit Panik, Erstarren, oder Wutanfällen, wenn es der angstmachenden Situation gegenübersteht? 

Was es auch sein mag, Ängste können das Leben und die Entwicklung des Kindes/ Jugendlichen stark beeinflussen und beeinträchtigen. 

Ein Beispiel aus der Praxis: 

Jacob* erlebte mit 7 Jahren, wie seine Mutter an Brustkrebs erkrankte.
Vorher ein aufgeweckter lebensfroher Junge, der die meiste Zeit mit seinen Freunden in der Natur verbrachte und Streiche ausheckte, ist seit der Diagnose stark verändert. Seine Familie beschreibt ihn als in sich gekehrt, er esse weniger, seine Konzentration nehme ab, seine schulischen Leistungen verschlechtern sich, er nässe nachts wieder ein, schlafe unruhig und werde sehr schnell wütend und aggressiv.

 

Gemeinsam mit seiner Mutter kommt Jacob zur Musiktherapie. Im Phantasiespiel stellt Jacob unterschiedliche Szenen dar, bei denen es stets um Bedrohung und Gefahr geht. Es gelingt uns mit der Zeit, die Gefahr abzuwenden. Wir bauen Höhlen, suchen Schutz und komponieren ein Lied, das Jacob von nun an singt, wenn er Angst hat. Auch seine schnell wechselnde Stimmung kommt in der Musik zum Ausdruck.
Eine große Rolle spielt in diesem Zusammenhang auch die Psychoedukation, da Jacob die Erkrankung seiner Mutter nicht gut einschätzen kann und somit in seiner kindlichen Vorstellung dramatisiert.

 

Obwohl Jacob noch sehr besorgt um seine Mutter ist, kann er die Zeit mit seinen Freunden wieder für sich nutzen, seine Trennungsängste werden weniger, er schläft ruhiger und kann sich wieder besser konzentrieren. Auch seine Wutanfälle werden weniger.

 

 * Name geändert